Chronik 1990 - 2009
Am 1. Dezember 1991 nimmt die Firma Heinrich Luthe in Jüterbog, 45 km von Berlin, ihren Betrieb auf. Die ehemaligen militärischen Areale Jüterbog Ost und Jüterbog West unterliegen einer besonders starken Munitionsbelastung. Der Gründer, Heinrich Luthe, hat als langjähriger Leiter des Munitionsbergungsdienstes Berlin mehr als 200 großkalibrige amerikanische und englische Fliegerbomben aus dem 2. Weltkrieg entschärft und überzeugt mit seinen Erfahrungen in innerstädtischen und sensiblen Industrie- und Wirtschaftsbereichen. 1992 wird der Firmensitz in die angrenzende Kreisstadt Luckenwalde verlegt.
1. Januar 1993: Die bundeseigene Gesellschaft GRV - Gesellschaft zur Rekultivierung und Verwertung von Grundstücken mbh - wird im brandenburgischen Pätz gegründet. Die GRV beschäftigt sich mit großflächigem Suchen, Orten und Räumen Minen und Munition, der Demontage von ober- und unterirdischen Gebäuden und Anlagen, sowie mit Dekontaminierung, Entsorgung und Sanierung militärischer und anderer Altlasten. Der GRV stehen 30 qualifizierte Mitarbeiter mit Kenntnissen in der Verlegung und dem Aufbau von Minen insbesondere aus den ehemaligen Ostblockstaaten zur Verfügung.
1994 wird die Heinrich Luthe GmbH gegründet. Sie gehört mit einem Jahresumsatz von 5,5 Millionen Euro zu den in Deutschland tätigen zehn umsatzstärksten Unternehmen der Branche. In den Geschäftsbereichen Munitionsbergung, Munitionsentsorgung, Abbruch und gewerbliche Sprengarbeiten sowie Umwelt ist es möglich, auf spezielle und komplexe Kundenwünsche einzugehen. Die Heinrich Luthe GmbH setzt hochwertige Computertechnik und moderne Ausrüstung für die solide und kostengünstige Realisierung der Kundenaufträge ein.
1993 - 1996: Für das Bundesministerium der Verteidigung ist die GRV für den Abbau von Grenzsperranlagen und der Minensuche an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zuständig. 1.000 verlegte Minen werden detektiert und vernichtet. Mehr als 600 Mitarbeiter an 8 Standorten bauen fast 3.000 km Grenzzäune, mehr als 200 km Grenzmauern und 800 Grenztürme ab. Bei der Beräumung ehemaliger Truppenübungsplätze werden in den neuen Bundesländern rund 860 Hektar abgesucht.
Die Heinrich Luthe GmbH ist für mehr als 1.000 Unternehmen tätig, darunter diverse Wasser- und Schifffahrtsämter, Wohnungsbaugesellschaften, Länder, Städte und Gemeinden, Ministerien und andere öffentliche Träger, Straßenbauämter, Umweltämter, Schulen, Kitas, Universitäten sowie Unternehmen wie die Deutsche Telekom, STRABAG, Fresenius, Siemens AG, Deutsche Bahn AG, BASF Schwarzheide GmbH, Bilfinger & Berger Bauaktiengesellschaft, ARAL, e.dis und RWE Umwelt.
1995 formiert sich der ehemalige ostdeutsche Baukonzern BMK Ost Niederlassung Ludwigsfelde zur EDELHOFF Altlastensanierung und Flächenrecycling GmbH (EAF). Die EAF ist 100%-ige Tochter der EDELHOFF Entsorgung Nord-Ost GmbH aus der EDELHOFF Gruppe, die zum Umweltzweig des VEW-Konzerns (Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen) gehört. Im Januar 1995 erfolgt die Teilprivatisierung von GRV durch den Kauf von 49% der Gesellschaftsanteile durch EDELHOFF.
Die EAF übernimmt Spezialabbrucharbeiten und Gebäudeumwidmungen. Asbestsanierung, Dekontamination, Industriereinigung, Bergung- und Spezialtiefbau, Transport, Entsorgung und Verwertung von Sonderabfällen und Reststoffen, Flächenrecycling, Rekultivierung, Umwelt-Engineering sowie Consulting in den Bereichen Sanierungsproblematik, Altlastenerkundung, Altlastensanierung, Problementsorgung und Kampfmittelberäumung…
Juli 1996: Die GRV verlegt den Hauptsitz von Pätz nach Ludwigsfelde. Die Leistungen in der Kampfmittelbeseitigung und Altlastensanierung werden innerhalb des EDELHOFF Firmenverbunds angeboten. Im Januar 1997 übernimmt EDELHOFF weitere 2% der Gesellschaftsanteile und besitzt nun die Mehrheit. 1998 wird GRV 100%-ige Tochter von EDELHOFF.
2000: Die Konzerne RWE (Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerke) und VEW verschmelzen zur RWE.
Im Januar 2002 fusionieren die EAF mit der GRV zur RWE Umwelt Flächenrecycling GmbH (RUF) mit Sitz in Ludwigsfelde. RUF wird das Spezialsanierungsunternehmen der RWE Umweltgruppe. Die GRV bringt das Geschäftsfeld Kampfmittelräumung neu in das Unternehmen ein. Das Leistungsspektrum des 50-köpfigen Unternehmens umfasst die Flächensondierung, punktgenaue Tiefenberäumung, computergestützte Flächenauswertung, Spezialtiefbau, Sanierung.
Im Juni 2004 gibt die RWE Umwelt AG nach einer Konzentration des Konzerns auf die Kernkompetenzen sämtliche Geschäftsanteile von RUF an die T.A.I. Turn Around Investment GmbH ab. Als Nachfolgegesellschaft von RWE Umwelt Flächenrecycling GmbH (RUF) wird die Kampfmittelräumung und Ingenieurtechnische Sanierung GmbH (RUF) mit Sitz in Ludwigsfelde gegründet. Das Unternehmen richtet das Leistungsangebot zusätzlich auf ingenieurtechnisch anspruchsvolle komplexe Altlastensanierung und Dekontamination, Umwelt-Engineering
Am 01.09.04 wird die Firma in GRV LUTHE Kampfmittelbeseitigung GmbH umfirmiert und gleichzeitig Personal, Verträge und Gegenstände aus der Insolvenzmasse der seit 1991 tätigen Heinrich Luthe GmbH aus Luckenwalde übernommen.
Im Mai 2005 ziehen die Unternehmensteile aus der Teltow-Kehre 20 in Ludiwgsfelde und aus Luckenwalde in ein Bürogebäude in den Brandenburg-Park, Seestr. 35 b in Ludwigsfelde OT Genshagen.
Im Jahr 2008 wird die RUF Kampfmittelräumung und Ingenieurtechnische Sanierung GmbH auf die T.A.I. Turn Around Investments GmbH, die 85 % der Gesellschaftsanteile hält, verschmolzen. Seit Mai 2005 ist Herr Helmut Pönisch im Besitz von 15 % der Gesellschaftsanteile.
Am 01.09.2008 wird die 100 %ige Tochter GRV LUTHE Austria Kampfmittelbeseitigung GmbH in Österreich gegründet.
Der Beteiligungsfonds „Perusa Partners I“ hat zum 6. Oktober 2009 die GRV LUTHE Kampfmittelbeseitigung GmbH von der Turn Around Investment GmbH (T.A.I.), Kaiserslautern, und der Geschäftsführung der GRV LUTHE übernommen.


